Artikel im Volltreffer: Schlagkräftig einst und jetzt

FF Winnebach:

Schlagkräftig einst und jetzt

Die Freiwillige Feuerwehr in Winnebach besteht seit weit über 100 Jahren. Sie ist – gemeinsam mit der FF Welsberg – die Gruppe in Südtirol, die erstmals an einer internationalen Feuerwehrolympiade teilnahm. Auch heuer strebt sie wieder eine Qualifikation für internationale Bewerbe an.

Artikel im Pustertaler VolltrefferDie Florianijünger in Winnebach reizte es bereits in den 1940er-Jahren einmal an der internationalen Feuerwehrolympiade als Vertreter Südtirols teilzunehmen. Man besorgte sich die Wettkampfbücher aus Wien, die den Angriff beschrieben, und sicherte sich die Bestätigung, dass Südtirol unter italienischer Flagge an Olympischen Bewerben teilnehen darf. 1959 war es dann soweit, die aufgestellte Wettkampftruppe Winnebach begann zu trainieren. "Allerdings nur im Schritttempo! Bis ein Funktionär aus Osttirol einmal vorbeikam und rief: "Des miasst laafn, als wenns ums Leben gangat!", lacht der heutige Kommandant Jürgen Bergmann (37).

Gemeinsam mit den Welsbergern

Schon bald schlossen sich die Welsberger dem Vorhaben an. Sie riefen ebenfalls eine Wettkampfgruppe ins Leben. Vom 22.bis 26. Juni 1961 durften die Florianijünger dann international bei der "FF-Olympiade" in Bad Godesburg nahe Bonn zeigen, was sie draufhaben. "Da die Feuerwehrmänner in dieser Zeit nur einen "Lodenrock" besaßen, erhilt die Wettkampfgruppe sogar Hosen, was damals eine Seltenheit war", erzählt Bergmann.
Mit der Dampflok ging es dann nach Bad Godesburg, geschlafen wurde im Zelt. "Und das unmöglich Scheinende gelang: Die Wettkampfgruppe aus Winnebach und Welsberg erreichten das Abzeichen in Gold. Als Belohnung gab es auf Initative eines Funktionärs des Landes für die FF Winnebach eine neue VW-Pumpe. Sie "durften" sich domit von der alten "Aspi-Pumpe" endlich trennen.

Immer noch schlagkräftig

Die Winnebacher nahmen später nochmals an zwei "Olympiaden" teil – 1972 in Brünn (Tschechien). Dort holten sie sich Bronze. 1982 erzeilten sie in Böblingen (Deutschland) Bestzeit und wurden somit Olympiasieger. "Auch heute noch verfügt die FF Winnebach mit ihren 36 Mann über eine schlagkräftige Gruppe, die heuer erneut die Qualifikation für die internationalen Bewerbe anstrebt", so Bergmann.
Die FF Winnebach besteht im Übrigen schon seit 114 Jahren. So steht es in der Chronik geschrieben. Und auch, welch schwere Einsätze die FF Winnebach – sow wie anderer Feuerwehren auch – immer wieder zu bewältigen hatten. Wie etwa vom 17.bis 21. August 1966.

Aus der Vergangenheit

Durch lang anhaltende Regenfälle schwollen alle Bäche bedrohlich an. "Vier Tage lang stand die Wehr pausenlos im Einsatz und konnte ein Ausbrechen der reißenden Fluten verhindern, was anderorts, wie etwa in Welsberg, nicht gelang. Doch es dauerte nicht lange, dann drohte die nächste Katastrophe", heißt es in der Chronik. Vom 4. bis 7. November 1966 erlebte man – wie an mehreren Orten des Landes – in Winnebach ein Überschwemmungsinferno: Am 4. November wurde um 19 Uhr mit Sirene und Kirchenglocken Alarm gegeben. Durch heftige Schnee- und Regenfälle waren die Stromleitungen unterbrochen. Es schüttete ohne Unterlass. Besonders gefählich wurde der Grabenbach, da sich im angrenzenden Gelände gewaltige Risse öffneten und folglich immer wieder Muren abrutschten. Auch der Walder- und Kantschiederbach wälzten riesige Materialmengen daher. Die Trinkwasserleitung wurde erneut streckenweise freigelegt und unterbrochen. Das Loretobachl wütete seit 1882 niemals mehr so wie in diesen Tagen. Das Loretokirchl wurde von den herabstürzenden Erdrutschen und Bäumen nahezu bis zum Dach hinauf verschüttet, und vermurt wurden auch die Straßen und die Bahnlinie. Tag und Nacht kämpften die Wehrmänner gegen das Tober der Naturgewalten.

© Pustertaler Volltreffer, Mai/Juni 2012, Seite 24

 

 

 

Freiwillige Feuerwehr Winnebach

St. Silvesterstraße 24 | 39038 Winnebach/Innichen | Südtirol
Tel. +39 0474 96 66 72 | E-Mail: ff.winnebach@lfvbz.org
Steuernummer / Codice Fiscale: 81009590217 | Impressum & Privacy